Querald schreibt ein email [za-lit014]

Autor: Querald Mismuth
Verfassungsdatum: 2006
Veröffentlichung: 31.07.2006
Länge: 1 Seiten
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Ein entbehrlicher virtueller Versuch des Vollidioten Q.M.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

mag denn auch dem Worte eine beachtliche Bedeutung beigemessen sein, so ist es schlichtweg die Tat, die dem Worte Gewicht verleiht und es erhebt aus dem Sumpfe des rein Möglichen, der übersäht ist mit realitätslosen Intentionen und kläglich gescheiterten großartigen Unternehmungen, welche von schwächlich gearteten Schöpfern aus deren Unvermögen den Weg nicht finden konnten von der hypothetischen Existenz zu strahlender und glänzender Realität, welche erst der Sonne ihre Wärme und dem Winde seinen Hauch, sowie dem Menschen seine Würde zu verleihen vermag.
So will auch ich mich nun aus dem Sumpfe der Untätigkeit erheben und zur Tat schreiten, deren Herrlichkeit man preist und die doch oftmals unerreichbar in den Sphären des Firmamentes unseren Blicken entschwindet. Da die Tat jedoch, deren Verwirklichung nun meine ganzen Wesenheit gewidmet sein möge, nichts weiter hervorzubringen mag, als wiederum Worte, denen weder die physische Existenz des von Hand erzeugten Produktes der eigenen Fähigkeit und Kraft und der durch den Charakterzug ihres Schöpfers geprägten Einzigartigkeit, noch der sanfte Hauch eines in den Tiefen des Busens entstandenen, von der Feinfühligkeit der Zunge geformten, dem Winde gleich, zur Freude aller Sinne veräußerten Kunstwerkes, welches die menschliche Stimme zu formen fähig ist – da jene Tat also nichts weiter zum Erblühen bringen mag, als leblose, gar wesenlose, weil virtuelle, Ausgeburten der Technik, die ungreifbar und unfaßbar jeglicher Charakteristik ihres Erzeugers nebst dem kläglichen Inhalte völlig entbehren, scheinen Mühe und fromme Absichten vergebens und erneut findet Schimpf und Schande ein unwürdiges Opfer, während die erstrebte Herrlichkeit und der schmählich zugrunde gerichtete Tatendrang erneut sich in die unerreichbaren Höhen des Guten und Schönen, dem jedoch an sich keine Wesenheit eignet, entfernen, wo sie gepriesen und geehrt werden von jenen, die die Kraft, den Mut, die Fähigkeiten und die Würde aufbringen konnten, sie zu fassen und ihrer habhaft zu werden, wo hingegen jener, dem es an all dem ermangelte, dem Wurme gleich im Staube sich windend zurückbleiben muß und dessen einst so frommen Ideale den Sumpf der Untätigkeit und des Möglichen mit ihrem Unrate schändlich bereichern ….

Im wildesten Tatendrange nun erbärmlich gescheitert und gehemmt, verbleibe ich demnach zerknirscht und

mit freundlichen Grüßen,

Q.M.