Bauer Rumpurt - Folge 6 [za-lit013]

Autor: Johann Wolfgang von Plunzlrü
Verfassungsdatum: 2006
Veröffentlichung: 05.07.2006
Länge: 1 Seite
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Überpünktlich, gleich zum Monatsbeginn die sommerliche sechste Rumpurt-Folge. Folge 4 ist scheinbar nachwievor verschollen.

Fleischliche Begierden

Mit dem Finger bis zum Anschlag in der Nase saß Rumpurt auf der alten Nußbaum-Bank und wartete auf Frepp Hohlbronn. Die Sonne lächelte verlegen, weil der kühle Wind ihr schwülstig verdorbene Stoßseufzer zuhauchte. Während Rumpurt seine Nasekrümeln aus der Nase krümelte, kroch ein Furz aus des Bauern Darm, presste sich lautstark durch Rumpurts Untergattinger und prallte mit voller Wucht gegen die Sitzfläche, mit einem Geräusch wie ein um Hilfe schreiender Frosch, der sich in einem Ochsenarsch verirrt hat. „Griaß’ di’, Rumpurt!“, sagte Frepp Hohlbronn, der soeben angeschlurft kam, „schön ist’s in deinem Birngarten!“. „Griaß’ di’ Frepp, hast Recht“, entgegnete Rumpurt zufrieden und bot seinem Freund einen Platz an.
Da saßen sie alsbald gemeinsam auf der alten Nußbaum-Bank und verzehrten die mitgebrachte Brettljause aus Speck, Kaas und allem, was dazugehört. Wortkarg, aber gemütlich überließen sie das Wort ihren Mägen und Gedärmen, die sich beim Verdauen schlüpfrige Geschichten zu erzählen schienen.
Als Rumpurts Frau zum Wäsche-Aufhängen in den Birngarten kam, war Rumpurt, satt und träge, schon eingeschlafen. So bekam er nichts von den wollüstigen Ritualen mit, die Frepp Hohlbronn vollzog, um die Aufmerksamkeit von Rumpurts Frau auf sich zu ziehen. Zwinkernd und dämlich grinsend versuchte Frepp Hohlbronn Rumpurts Frau mit lüsternen Gesten seine Paarungsbereitschaft schmackhaft zu machen; Rumpurts Frau hingegen versuchte löchrige Wollsocken und verfilzte Unterhosen so um die Wäscheleine zu wickeln, dass sie – ohne Zuhilfenahme von Wäscheklammern – von alleine hängen blieben. Während Rumpurt also schlief und nur so von einem verdorbenen Riesen-Fleischknödel träumte, bebalzte Frepp Hohlbronn Rumpurts Frau, die nichts davon wissen wollte, die sich einen Dreck darum scherte. Ob es wohl an Frepp Hohlbronns schwarz-fauligen Zähnen lag, die schief aus seinem Mund wuchsen, in dem es nach Komposthaufen und Tierkadaver gleichzeitig roch?
Irgendwann wurde es Rumpurt zu blöd in seinem Traum, also wachte er auf. Die letzte verfilzte Unterhose baumelte schon von der Wäscheleine und Frepp Hohlbronn tat so, als hätten seine Brunftbekundungen an Rumpurts Frau, die wieder in der Stube verschwunden war, nie stattgefunden. „Pfiat’ di’, Rumpurt“, grunzte Rumpurts einziger falscher Freund, den er noch verstehen konnte, im Begriffe zu gehen. Viel lieber jedoch hätte Frepp Hohlbronn Rumpurts Frau mit seinem sehnigen, schlaffen Körper begrüßt, als sich von Rumpurt zu verabschieden. „Lass mir dei’ Oide schön grüßen“ – mit diesen Worten wünschte auch Rumpurt einen guten Tag, schlich sich in die Stube, um dort von den Grammeln zu naschen, die seine Frau für’s Abendbrot hergerichtet hatte. Da Rumpurt Grammel für Grammel für Grammel für Grammel verschlang, bis ihm der Bauch grammelte, gab es an diesem Abend im Hause Rumpurts nicht Grammel-, sondern Wurstknödel. Dazu einen leicht bekömmlichen Vogerl-Salat.

Comments

Wo bleibt dieFortsetzung?

S.g. Herr v.Plunzlrü!

Seit Jahren warten wir auf die Fortsetzung der Rumpurt-Legende. Ist das nun wirklich alles? Wir können das einfach nicht glauben. Sollte auch Episode 7 verschollen sein geben wir uns gerne mit Episode 8 zufrieden, aber bitte Herr v. Plunzlrü: Setzen sie fort!

Die Rumpurt-Fangemeinde