Bauer Rumpurt - Folge 3 [za-lit011]

Autor: Johann Wolfgang von Plunzlrü
Verfassungsdatum: 1996
Veröffentlichung: 28.05.2006
Länge: 1 Seite
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Die dritte Folge der beliebten Fortsetzungsgeschichte!

Und wieder einmal eine Geschichte über den Bauern, der keiner sein wollte.
(→ hat keinen Bezug zur EU-Problematik der Landwirtschaftsindustrie)

Rumpurt [der Bauer (- für die, die ihn noch nicht kennen)] schrubbte gerade mit dem verschimmelten Schwamm seinen Hals und gurgelte dazu ein altes volkstümliches Lied, das ihm schon vor Zeiten seine Großmutter beigebracht hatte.
Während dessen spreizte er seine Zehen und zog sie wieder zusammen. Rumpurt nahm nämlich ein wohligliches Bad und fast nichts bereitete ihm mehr Freude, als seine Zehen im warmen Wasser zu spreizen und wieder zusammen zu ziehen.
Des Bauern Laune war gut, wenn auch ein wenig sentimental verstimmt, denn er hatte zuvor den Sprung in der Kachel unterm Waschbecken gesehen und musste nun immer wieder an seine Schwester Wirmgardt denken. Die war nämlich, als sie vor drei Jahren ihren Herzkasperl bekommen hatte, mit dem Kopf gegen den Badezimmerboden geschlagen und hatte diesen Sprung hinterlassen.
Ausgelassen schrubbte Rumpurt nun seinen Bauch der es auch wirklich nötig hatte wiedermal gereinigt zu werden. Hierfür muss erklärt werden, dass der Bauer nicht gerade zu den reinlichsten Menschen gehörte und noch dazu (nicht nur in Extremsituationen wie in Folge 2) meistens stark schwitzte.
Infolgedessen stank er ungemein – und durch die Gewohnheit Rumpurts bedingt, ein Hemd wochenlang nicht zu wechseln und auch bei Unterleibchen keine Ausnahme zu machen, wurde er nur allzu oft von den feinen Nasen der Dorfbewohner als Stinktier erkannt und deshalb gemieden.
Aber mit diesem Bad sollte alles ganz anders werden.
Denn Bauer Rumpurt war ein neuer Mensch geworden.