Bauer Rumpurt - Folge 2 [za-lit008]

Autor: Johann Wolfgang von Plunzlrü
Verfassungsdatum: 1996
Veröffentlichung: 12.04.2006
Länge: 1 Seite
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Dies ist der leider durch widrige Umstände verspätet erschienene Teil einer Fortsetzungsgeschichte Bauer Rumpurt

Bauer Rumpurts Flucht vor dem Nichts.

Nachdem er die Schimpfer von seiner Frau in die Tasche gesteckt hatte, machte er sich auf den Weg zum Feld, das so verkommen war wie er. Selbst die jämmerliche, von Mottenmaden zerfressene Vogelscheuche vermittelte neben ihm noch einen stattlichen Eindruck.
Bauer Rumpurt überquerte das Feld und nahm sich aus dem kleinen Schuppen, der wie ein trauriges Wärterhäuschen am Fuße der steil ansteigenden Wiese auf seinen Wächter wartete die Sense und begann – wie ihm seine Frau aufgetragen – das Gras zu mähen.
Obwohl die Sonne nicht kräftiger als sonst mit ihren starken aber sanften Händen die Erde kitzelte, und sich sogar einige Wolken vor sie gestellt hatten, war dem Bauern fürchterlich heiß. Außerdem juckte es ihn am ganzen Körper, und wie in so vielen Geschichten, die eine bestimmte Extremsituation eines Menschen ausdrücken wollen, begann er nun fürchterlich – trotzdem sich niemand fürchtete – zu schwitzen.
Schließlich brach er zusammen und rammte sich dabei den Sensenkeil ins Ohrläppchen – doch zum Aufbrüllen war er zu müde. So blieb Bauer Rumpurt – der Sensenkeil in sein Ohrläppchen gerammt – halt einfach liegen und sah vor seiner Nase eine Schnecke sich abmühen den Tod zu finden. Irgendwer war nämlich auf ihr Haus gestiegen oder hatte ihr zumindest die Decke über dem Kopf eingeschlagen, und nun wusste sie weder ein noch aus.
Rumpurt schloss die Augen.