Bauer Rumpurt - Folge 1 [za-lit006]

Autor: Johann Wolfgang von Plunzlrü
Verfassungsdatum: 1996
Veröffentlichung: 22.01.2006
Länge: 1 Seite
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za-lit006 ist der erste Teil einer Fortsetzungsgeschichte, von der ab Januar 2006 ungefähr jeden Monat eine Folge veröffentlicht werden soll.

Eine kurze Geschichte, die alles erklären wird.

Bauer Rumpurt war schon immer ein ganz schlimmer Trinker, bis eines Tages (wenn man das so sagen kann) als er wiedermal auf der Bank unter der fetten Eibelseiche saß, er auf einmal einen ganz lauten Rülpser von sich gab. Die Vögelein verstummten und ein frecher Regenwurm blieb stillschweigend liegen (- rechts neben dem großen Stein, der den abgebrochenen Zweig, der auf dem toten Käfer lag, berührte -); aber das war nichts außergewöhnliches, und die Kinder, die am Platze daneben spielten, lachten sogar umso lauter, weil die garstige Gabi in den Komposthaufen gefallen war und nicht wusste, ob sie weinen oder schreien sollte.
Bauer Rumpurt jedenfalls starrte auf seine Flasche (Apfelkorn wohlgemerkt) und hatte Magenschmerzen wie noch nie. (Zur Erklärung sei noch gesagt, dass ihm Frepp Hohlbronn, der einzige falsche Freund, den er noch verstehen konnte, schon immer prophezeit hatte: “Der Fusel wird dich noch ins Grab bringen – gib acht auf die Krämpfe im Bauch, denn sie sind der Anfang vom Ende, i’ mahn’…” – da wusste er nicht, was er dem Rumpurt noch sagen wollte und beendete den Satz meistens mit einem unbeschreibbaren Ur-sumpflaut. (ZB.: Guääaaarrgh)
[Um wieder zum Haupthandlungsstrang zurückzukommen:]
Bauer Rumpurt hatte auf einmal so klare Gedanken wie noch nie zuvor –
er war sich seiner Existenz bewusst.
Er warf die Flasche auf die Kinder und ließ sich in den Bach fallen, der neben dem Platzl plätscherte.
[…]
Am nächsten Tag holte ihn seine Frau und schimpfte mit ihm, denn er hatte ihr versprochen gehabt, das Gras zu mähen ehe der Hahn zum nächsten Mal kräht.